Leit-Gedanken oder Leid-Gedanken?


«In jedem von uns steckt so viel wartendes Leben, das darauf drängt, endlich leben zu dürfen» – Mit diesem schönen Satz steckt Uwe Böschemeyer, in Deutschland geborener Schüler Viktor Frankls, den Rahmen für sein neues Buch ab. Darin beschreibt der Gründer des Hamburger Instituts für Existenzanalyse, wie jeder Mensch zu einem sinnerfüllten, selbstbewussten Leben finden kann.

Böschemeyer zeigt anschaulich, wie die «widersprüchliche Seele» dem Menschen häufig selbst im Weg steht: Der stressgeplagte Manager arbeitet verbissen weiter auf den Herzinfarkt zu, die verbitterte Frau, die sich nach Versöhnung mit ihrer Familie sehnt, entlädt weiter ihre Aggressionen am Telefon, ein Paar, das seine Ehe gefährdet sieht, zieht sich zurück anstatt miteinander zu sprechen. Auch die Fixierung auf Probleme lasse viele am Leben scheitern: «Wer sich auf das fixiert, was ihn unzufrieden, aggressiv, deprimiert oder unglücklich macht, läuft Gefahr, dass ihn sein Leben dorthin zieht, wo er selbst nicht hin will».

Ein eigenes Kapitel widmet der Autor in diesem Zusammenhang der «Macht der Gedanken». Für Böschemeyer sind Gedanken «Energien, Mächte, Kräfte», die lebensfördernd oder zerstörend sein können. Er unterscheidet «Leit-Gedanken», die den Weg zu uns selbst bahnen und «Leid-Gedanken», die uns in die Selbstentfremdung treiben. Letztere sind den meisten von uns nicht ganz unbekannt: «Das werde ich nicht überleben…», «das brauche ich unbedingt…», «Geld müsste man haben…», «Bloß nicht alt werden…», «Menschen kann man nicht trauen…», «Ohne sie kann ich nicht leben…» etc.

Die vom Autor entwickelte Methode der «Wertorientierten Persönlichkeitsbildung» hilft Erwachsenen, den Mut zum Leben wieder zu finden und beugt geistigen und körperlichen Erkrankungen vor. Sie ist weder Therapie noch Behandlung, stellt keine Diagnosen und vereinbart keine Ziele. Wer sich als Alternative zu vielen Ratgebern auf eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit sich selbst und den zentralen Fragen des Lebens einlassen möchte, möge zu diesem Buch greifen.

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