«Eben wusste ich es noch!»


Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie stehen im Supermarkt und können sich nicht erinnern, was Sie eigentlich einkaufen wollten. Barbara Knab zeigt in ihrem Buch, wie man dem Vergessen ein Schnippchen schlagen kann.

Es ist so eine Sache mit dem Gedächtnis, manches merken wir uns, obwohl wir es nicht brauchen oder vielleicht gar nicht wollen, zum Beispiel unangenehme Erlebnisse bis hin zu traumatischen Ereignissen. Andere Inhalte wiederum scheinen manchmal einfach nicht auf unserer eigenen «Festplatte» langfristige Spuren hinterlassen zu wollen. Moderne bildgebende Verfahren gewähren heute schon sehr viele Einblicke in die Arbeitsweise des Gehirns: Es lässt sich beispielsweise hervorragend beobachten, welche Teile des Gehirns beim Lösen einer Rechenaufgabe aktiv sind. Die wichtigen Funktionen des Gedächtnisses wie Aufnahme, Speichern und Erinnern von Informationen gehen einerseits selbsttätig vor sich, indem unsere interne Datenbank sozusagen schon abgespeicherte Informationen mit neu einlangenden vergleicht und dann automatisch vernetzt.

Das richtige Ambiente schaffen

Bei ganz neuen Informationen müssen diese Verbindungen allerdings erst entstehen. Unterstützend dabei wirkt eine angenehme Umgebung, beispielsweise auch leise Barockmusik, wie sie beim Superlearning zum Einsatz kommt. Positive Stimmung beim Lernen ist ein absolut wichtiger Faktor, denn in Momenten, in denen Angst, Zwang, Druck und dergleichen vorherrschen, schaltet unser Gehirn auf Überlebensmodus, d.h. unsere Wahrnehmung verengt sich und der Modus ist auf Angriff oder Flucht eingestellt, ganz so als ob ein hungriger Löwe vor uns stehen würde. Also schaffen Sie sich ein angenehmes Ambiente beim Lernen, denn umso leichter funktioniert das Aufnehmen, Speichern und Erinnern. Kontraproduktiv sind übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss und Schlafmangel (besonders bei Kindern!).

Tipps und Tricks fürs Gedächtnis

Es gibt natürlich auch viele Tricks, die uns beim Lernen unterstützen: Sicherlich kennen Sie aus Ihrer Schulzeit noch Reime oder Eselsbrücken, an die Sie sich noch heute erinnern können. Eselsbrücken sind, wie es so schön heißt, Assoziationen, – man macht sich ein Bild von einer Sache oder bringt Dinge zusammen, die ursprünglich nicht zusammengehörten. Dazu zählen auch absurde Geschichten oder die Zuordnung von Zahlen zu Bildern: so wird aus einer Eins eine Kerze, aus der Zwei ein Schwan, aus der Drei ein Schaukelstuhl usw. Indem Sie aus diesen Zahlenbildern dann eine Geschichte machen, können Sie sich mühelos Telefonnummern und Kontonummern merken. Der Aufwand scheint vielleicht anfangs groß, aber der Mehraufwand lohnt sich hinterher, weil sich die Geschichten regelrecht in unser Gedächtnis einbrennen.

Die Einkaufsliste im Kopf

Eine witzige Technik ist die so genannte Loci-Technik. Dabei werden bestimmte Gegenstände in Gedanken an bestimmte Orte gehängt. Sie können sich so zum Beispiel eine Einkaufsliste machen, indem Sie sich die Eier auf Ihrem Kopf vorstellen, die Milch auf den Schultern, um den Bauch herum kommt eine Salami usw. Natürlich können Sie auch hier wieder eine kleine Geschichte daraus machen. Wenn wir in diesen Techniken ein wenig Übung haben, macht es richtig Spaß, und Vergessen von Wichtigem gehört der Geschichte an.
Lernen ist jedenfalls immer eine Balance zwischen Behalten und Vergessen und in manchen Situationen gilt: Glücklich ist, wer vergisst!

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