Fünf Leadership Tipps von Bruce Springsteen


Mit seiner aktuellen «Wrecking Ball»-Tour setzt Bruce Springsteen neue Maßstäbe für Live-Performance. An die vier Stunden ohne Pause rockt der 62-Jährige – oft zwei Tage in Folge – Stadien in Nordamerika und Europa. Sein Auftritt am 2. Mai in Newark, New Jersey inspirierte Forbes.com-Kolumnist Allen St. John darüber nachzudenken, was Unternehmer und Führungskräfte vom «Boss» lernen können.

«Ich glaube, es gibt kein Unternehmen in den Vereinigten Staaten, das nicht das eine oder andere von Bruce Springsteen letzte Nacht lernen könnte», schreibt St. John in seinem Beitrag. Er selbst leitet fünf «Leadership Tipps» ab:

1. Liefere das Unerwartete: Begeistere deine Fans mit etwas, das sie nicht erwarten. Beim Konzert in Newark spielte Bruce Springsteen «Bishop Danced», ein Demo aus dem Jahre 1972, von dem in 40 Jahren nur drei Live-Performances bekannt sind. Eingedenk der Tatsache, dass Springsteen-Fans regelmäßig zu mehreren Shows pilgern und manche sogar hunderte oder gar tausende Auftritte erlebt haben, stellt so eine Rarität für sich schon ein Event dar, erläutert St. John.

2. Liefere das Erwartete: Bruce Springsteen liefert, was seine Fans erwarten: volle Power, Spielfreude, eine «House-Party», bei der auch seine größten Hits nicht fehlen dürfen. Auch wer das erste Mal dabei war und Springsteens Musik nur von seiner iTunes-Collection kennt, verlässt das Konzert mit einem Lächeln auf den Lippen.

3. Vertrau deinen Kunden: Am wohlsten fühlt sich der Boss inmitten seiner Fans. Nebenbühnen erlauben ihm den direkten Kontakt zu seinem Publikum. In Newark, notiert St. John, überließ sich Bruce Springsteen vertrauensvoll der Menge und «crowd-surfte» fünf Minuten lang, getragen von den Händen tausender Fans unterschiedlicher Größe, Stärke, unabhängig von deren Alkoholpegel und außerhalb des Einflussbereichs seiner Security Guards. Die Menge lieferte den Boss wohlbehalten wieder auf der Bühne ab. Was für eine Team-Building-Übung, befindet St. John.

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4. Sei offen für Möglichkeiten: Springsteen ist bekannt dafür, dass er seine Setlist spontan umstellt. Während eines Konzerts sammelt er Pappschilder ein, auf die Fans ihre Songwünsche gemalt haben. Je nach Lust und Laune zieht er dann das eine oder andere heraus und hält es für seinen Drummer Max Weinberg und die anderen Mitglieder seiner E-Street-Band in die Höhe, damit sie wissen, worauf der Boss gerade Lust hat. Für sein Konzert in Wien Mitte Juli beispielsweise habe die E-Street-Band 270 Songs geprobt, wusste die lokale Tagespresse. 31 gaben sie in knapp vier Stunden zum Besten.

5. Respektiere deine Kollegen: Damit sind wir auch schon bei St. Johns fünftem Punkt. Der Boss ist auch alleine großartig, wie alle bezeugen können, die ihn auf seiner Solo-Tournee zu «The Ghost of Tom Joad» nur mit Gitarre und Mundharmonika erlebt haben. Doch ein solches Konzertevent ist immer eine Teamleistung, betont St. John. Der Boss weiß das und zollt bei seinen Auftritten seiner E-Street-Band und den vielen helfenden Händen regelmäßig Respekt. In Newark, notiert St. John, habe er beispielsweise mitten im Konzert Kevin Buell vors Mikrofon geholt, um den nächsten Song einzuzählen. Am 2. Mai war Buells 1002. Konzert als langgedienter «guitar tech», der Bruce Springsteens verschiedene Gitarren vorbereitet, sie ihm zum richtigen Zeitpunkt übergibt und sicher fängt, wenn der Boss ihm ein teures Stück in den oft nur sekundenlangen Pausen zwischen zwei Liedern mehrere Meter über die Bühne zuwirft. Ein zweiter bewegender Moment auf dieser «Wrecking Ball»-Tour sind die stillen Reminiszenzen an den 2011 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorbenen Saxofonisten und «Big Man» der E-Street-Band, Clarence Clemons.

Über diese fünf Leadership-Tipps ließe sich viel sagen, ein Kommentator zum Originalbeitrag von Allen St. John denkt gar darüber nach, ein Buch daraus zu machen. Eines ist jedenfalls gewiss: Wer dem 62-jährigen (als) Boss nacheifert, braucht sich um die Motivation seines Teams und die Begeisterung seiner Kunden keine Sorgen zu machen. (ak)

Link zum Originalbeitrag: Five Leadership Tips From Bruce Springsteen

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